Die Deutschen müssen heißes Wasser rationieren Die Deutschen müssen heißes Wasser rationieren

Eine Wohnungsbaugenossenschaft im sächsischen Dippoldiswalde drosselt wegen drastisch gestiegener Energiepreise die Versorgung mit Warmwasser, berichtet die deutsche Boulevardzeitung Bild unter Berufung auf einen Mieterbrief des Vermieters vom Montag.

Heißes Wasser wird es laut Mitteilung für die 600 Wohnungen der Genossenschaft nicht mehr rund um die Uhr geben, sondern nur noch zeitweise. Die Mieter können zwischen 4 und 8 Uhr, 11 und 13 Uhr sowie 17 und 21 Uhr heiß duschen. In der Nacht und zwischendurch läuft kaltes Wasser aus den Hähnen.

„Es geht nicht darum, die Mieter zu verärgern, sondern sich darauf einzustellen, was wir nächstes Jahr vielleicht nicht zahlen können“, sagte Vorstandsmitglied Falk Kuhn-Meisegeier der Deutschen Presse-Agentur und ergänzte: „Wir wollen, dass die Mieter gut durch diese Krise kommen. Das Leben ist auch so schon teuer genug.“

Am Wochenende soll der Umweltdezernent der Stadt Hamburg davor gewarnt haben, dass bei akutem Gasmangel in der Stadt Warmwasser rationiert werden könnte.

Die Vorsitzende des Deutschen Gewerkschaftsbundes, Yasmin Fahimi, fügte eine weitere Warnung hinzu, dass „ganze Industrien in Gefahr sind, dauerhaft zusammenzubrechen: Aluminium, Glas, die chemische Industrie“ aufgrund russischer Gasabschaltungen.

Letzten Monat gab der russische Energieversorger Gazprom bekannt, dass er gezwungen war, die Erdgaslieferungen nach Deutschland über die Nord Stream-Pipeline um 60 % zu kürzen, weil Siemens-Turbinen aus seinem Pumpwerk Portovaya in Wyborg in Montreal feststeckten, wo sie zur Wartung geschickt worden waren . Die Teile fallen unter Kanadas Sanktionen gegen Russland, und Ottawa sagt, dass es sie nicht zurückgeben kann, ohne gegen die Beschränkungen zu verstoßen.

Ein vollständiger Stopp der russischen Gasflüsse würde es für Deutschland äußerst schwierig machen, die Gasvorräte bis zum Wintereinbruch auf die gewünschten 90 % zu erhöhen. Das aktuelle Niveau liegt Berichten zufolge bei 61 %.

Am 11. Juli wird Gazprom Nord Stream wegen planmäßiger Wartungsarbeiten für 10 Tage schließen. Während dieser Zeit werden alle Gasflüsse nach Deutschland über die Pipeline eingestellt.

dot.gif
dot.gif